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Igel im Winter

Igel

Die Igel müssten dieses Jahr auf Grund des warmen Herbstwetters für den Winter gut gerüstet sein und sich ein dickes Fettpolster angefressen haben. Rechtzeitig vor den Frösten ziehen sich die Igel dann in ihr Winterquartier zurück und verbringen dort die Zeit bis zum Frühjahr.

Das Ende des Herbstes vermögen Igel zu erspüren, denn die Tage werden kürzer, das Futter wird knapper, die Temperatur geht zurück und der Luftdruck verändert sich. Für den Igel sind das deutliche Zeichen und er macht sich auf die Suche nach einem geeigneten Quartier für den Winterschlaf.

Gesunde Tiere kommen abhängig von der Dicke des angefressenen Fettpolsters bis zu einem halben Jahr ohne Nahrung aus. Die Igel verlieren beim Winterschlaf bis zu 30 Prozent ihres Körpergewichts und die Körpertemperatur sinkt von etwa 36 Grad auf fünf Grad ab.

Als Wildtier ist der gesunde und gut genährte Igel an das Überwintern im Freien gut angepasst. Deshalb gehören gesunde und kräftige Tiere auf keinen Fall in die Wohnung! Igel zählen zu den besonders geschützten Tierarten, die nicht aus der Natur entnommen werden dürfen!

Kann man Igeln ein Winterquartier anbieten?

Im Garten oder in Parks können wir mit wenigen einfachen Mitteln den Igeln helfen, sicher durch den Winter zu kommen.

Ein großer trockener Laubhaufen in einer windstillen, ruhigen Ecke oder unter einer dichten Hecke, bietet den Tieren ein hochwertiges Winterquartier. Findet man kein optimales Plätzchen, lehnt man über einer dicken Laubpackung einige Bretter schräg gegen eine Mauer und fertig ist das Winterquartier für Igel.

Im Fachhandel werden spezielle „Igelhäuser“ angeboten. Diese sind in der Regel auch geeignet. Aber wenn genügend Laubhaufen zur Verfügung stehen, ist ein Igelhaus nicht zwingend notwendig.

Die Laubhaufen haben noch einen weiteren Vorteil: Sie können auch anderen Wildtieren beim Überwintern einen Zufluchtsort bieten!

Was macht man, wenn die Igel krank und verletzt sind?

Überstehen gesunde, wohl genährte Tiere den Winter im Freien in der Regel gut, so ist das bei verletzten Igeln sowie bei verwaisten Igelsäuglingen, die Ohren und Augen verschlossen haben und die tagsüber nicht in ihrem Nest sind, anders. Auch herumirrende Igel nach Wintereinbruch und Igel, die weniger als 500 Gramm wiegen (so ein Igel hat etwa die Größe einer Grapefruit) bedürfen menschlicher Hilfe.

Solche geschwächten und kranken Igel sind zunächst vorsichtig auf Verletzungen und Unterkühlung zu untersuchen. Als unterkühlt gelten Igel, wenn die Bauchseite kälter ist als die eigene Handinnenfläche. Unterkühlte Tiere setzt man am besten in einem zugedeckten Karton auf eine mit einem Frottierhandtuch umwickelte gut handwarme Wärmeflasche. Wer es sich zutraut, sollte den Igel auch auf Fliegeneier bzw. Fliegenmaden, auf Flöhe und Zecken untersuchen und davon befreien. Flöhe tötet man mit einem speziellen Flohspray ab. Bei Fliegen und Zecken tut eine Pinzette gute Dienste.

Bei kranken Tieren ist man gut beraten, so bald wie möglich fachkundige Hilfe einzuholen! Mit Rat und Tat helfen hier qualifizierte Igelstationen.

Weitere Informationen dazu und zum richtigen Überwintern von Igeln erhalten Interessierte von der Unteren Naturschutzbehörde der LHM  Kontakt/Servicetelefon: 089 233-96484 bzw. im Internet unter: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Stadtplanung-und-Bauordnung/Natur-Landschafts-Baumschutz/Artenschutz/FAQ/Igel.html

Kann man Igel füttern?

Martin Hänsel, stellvertretener Geschäftsführer der Kreisgruppe München des Bund Naturschutz in Bayern (kurz BN) rät:

„Wer Igeln beim Endspurt in den Winterschlaf mit etwas Futter helfen will, trifft mit einer Mischung aus Hunde- oder Katzenfutter (mit Huhn) und Haferflocken, Bananen, Sonnenblumenkernen oder Erdnussbruch, angebratenem Hackfleisch (möglichst mager und ungewürzt), hartgekochtem Ei oder Rührei und Futterkalk aus dem Zoogeschäft eine gute Wahl. Milch und Obst als Futter bekommt den Igeln nicht! Milch verursacht Durchfall, während Obst für die Insektenfresser zu wenig Kalorien enthält. Im Extremfall können Igel bei vollem Obstmagen verhungern“.

Zu einer ausführlichen Information des BN aus der Feder von Martin Hänsel mit dem Titel "Endspurt für den Igel" gelangt man über https://bn-muenchen.de/endspurt-fuer-den-igel/

Ein gutes Händchen beim Igelschutz und kommt selbst auch gut durch die kalte Jahreszeit!

Euer

Hans

Foto: © Michael Gäbler / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0