Reparatur-Café

reparatur-cafe.jpgWieso macht ihr das?

Die einfache Antwort: viele von uns im Team des Reparatur-Cafés haben einfach Spaß an der Herausforderung, die in einem defekten Gerät steckt. Bleibt man im Kampf mit der Tücke des Objekts Sieger? Findet man einen pfiffigen Weg, die Lebensdauer eines Geräts zu verlängern, obwohl dessen Entwickler und Hersteller sich das ganz anders gedacht hatten?

Nun mag die Lebensdauer eines einzelnen technischen Geräts von Zufällen abhängig sein – die mittlere Lebensdauer eines technischen Produkts ist aber keineswegs zufällig, sondern genau geplant. Das leuchtet eigentlich ein, denn es macht ja keinen Sinn, wenn ein minderwertiges Bauteil unter vielen hochwertigen ein Gerät vorzeitig zum Schmoren bringt – da ist es schon naheliegend, ein Gerät aus Teilen gleicher Qualität zusammenzusetzen. Bleibt die Frage: welche Lebensdauer wird beim Entwurf eines Geräts angepeilt? Die Frage ist schlecht zu beantworten, denn kaum ein Hersteller wird damit in die Öffentlichkeit gehen. Eine Untersuchung des Umweltbundesamts weist zumindest nach, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer bei den meisten Haushaltsgroßgeräten von 2008 auf 2012/13 gesunken ist.

Toll wäre es ja, wenn die Geräte genau so lange halten, wie man sie braucht – also ewig!

Tatsächlich steht in der genannten Studie der folgende denkwürdige Satz: "Idealerweise wird angestrebt, dass die technische Produktlebensdauer der Produktnutzungsdauer gleich ist.“ Wow! Das ist es doch! Oder nicht? Unterstellt man einmal, der Industrie sei es gelungen uns einzureden, dass wir jedes Jahr z.B. ein neues Handy brauchen, was sagt dann diese Forderung? Ganz einfach: Handys müssen bloß ein Jahr halten, denn dann wollen die Leute sowieso neue!

Man sieht, der viel zitierte „geplante Verschleiß“, also das vorzeitige unbrauchbar Werden von Geräten hat seinen Ursprung nicht nur in den Entwicklungslabors der Industrie, sondern auch in unseren Köpfen.

Und beiden Formen des geplanten Verschleißes entgegen zu wirken, das ist der Sinn und Zweck unserer Arbeit im Reparatur-Café, auch wenn wir nicht dauernd darüber reden!

Wie kann ich Euch unterstützen?

Am schönsten wäre natürlich eine aktive Beteiligung, sei es als Experte/Expertin beim Reparieren oder auch im Team bei der Organisation und Vorbereitung. Oder noch besser: selbst ein Reparatur-Café aufmachen!

Doch wir wollen nicht unbescheiden sein; es wäre uns auch schon sehr geholfen, wenn Ihr einfach z.B. die Einladung zum aktuelle Termin weiter schicken würdet oder Freunde und Bekannte darauf aufmerksam machen könntet. Wenn die nicht wissen, wie das Reparatur-Café zu finden ist, schickt ihnen die Einladung mit Wegeskizze.

Wer noch mehr tun will, darf gerne auch die Handzettel im Format DIN A6 ausdrucken und beidseitig, Vorder- und Rückseite, ausdrucken. Da wir aber noch keine Möglichkeit kennen, Euch elektronisch beim Zerteilen des Blattes zu unterstützen, müsstest Ihr nach dem Ausdrucken noch zur Schere greifen.

Noch aufwendiger sind nur noch die Merkzettel im Scheckkartenformat (mit den nächsten Terminen auf der Rückseite); die müssen natürlich auch zurechtgeschnitten werden.


Und wie teuer ist das, was kosten Ersatzteile, wie lange läuft die Garantie?

Alles im Reparatur-Café geschieht ehrenamtlich – es entstehen Euch also keine Kosten, wenn Ihr mit einem defekten Gerät zu uns kommt. Und weil Ihr für eine Reparatur nichts zu zahlen braucht, gibt es auch keine Geld-Zurück-Garantie!

Weil das Reparatur-Café im Bootshaus kein Geschäftsmodell darstellt, können wir auch kein Vorratslager an Ersatzteilen unterhalten. Sollte ein Ersatzteil wirklich benötigt werden, müsstet Ihr das selbst besorgen.

Im Grund versteht sich die Tätigkeit der Reparateure als Hilfe zur Selbsthilfe sie ist also eher als eine Art nachbarschaftlicher Unterstützung anzusehen.

PS: Spenden würden jedoch nicht zurückgewiesen!

Wieso eigentlich Reparatur-Café, was hat Kaffee mit Reparieren zu tun?

Die Bezeichnung Reparatur-Café ist mittlerweile schon so etwas wie ein Markenzeichen und es gibt Tausende von Einrichtungen, die sich so nennen. Gemeinsam ist wohl allen, dass das Reparieren von kaputten Sachen in entspannter, nachbarschaftlicher Atmosphäre stattfindet, und dass man Wartezeiten bei Kaffee und Kuchen überbrücken kann.

Dass man dabei auch mit anderen ins Gespräch kommt, ist ein durchaus erwünschter Nebeneffekt.

In unserem speziellen Fall (wir treffen uns ja im Bootshaus der NaturFreunde München mit angeschlossenem Biergarten) könnten die Wartezeiten ohne Weiteres auch mit Bier und Würstln überbrückt werden – zumindest während der Saison. Theoretisch könnte man dann am Biertisch auch die Reparatur seines Radls aus der Ferne verfolgen, denn die findet üblicherweise am Rande des Biergartens im Freien statt. Das wäre allerdings nicht ganz im Sinne des Erfinders – „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet wie gesagt das Motto. Gerade bei Rädern haben wir deshalb den Ehrgeiz, das nötige Wissen zur Reparatur auch weiter zu geben!

Reparatur-Café - Wann ist der nächste Termin?

Die Treffen finden einmal monatlich statt – am letzten Sonntag im Monat, von 14:00 bis 17:00 Uhr.

Das ist die Regel. Es gibt natürlich auch Ausnahmen:

  • August: da fällt der Termin aus, wegen allgemeiner Urlaubsabwesenheit.
  • Dezember: fällt auch aus, da kaufen wir alle neue Sachen für Weihnachten.

Man sieht, dass ein Blick auf den Kalender des Bezirks sich von Zeit zu Zeit lohnen kann - dort stehen die aktuellen Termine drin.

Übrigens sind unsere Termine auch im Kalender der Reparatur-Initiativen hinterlegt.

Aber auch im Kalender der Naturfreunde Deutschland.

Reparatur-Café – Was bekomme ich repariert?

Wenn Ihr Zweifel habt, ob Euer Gerät erfolgreich repariert werden kann, schickt einfach eine Anfrage an diese Adresse (reparatur-cafe@nfbm.de) und teilt uns Art und Typ des Teils mit. Das wäre besonders wichtig, wenn Ihr beim Blick auf Euren Laptop so etwas wie in unserem Bild zu sehen bekommt. Dann wäre nämlich der Bildschirm kaputt und Ihr müsstet einen Ersatz selber mitbringen. Und uns vorher mitteilen, um welchen Gerätetyp es sich handelt!

ScreenGute Chancen bestehen eigentlich bei den meisten mechanischen oder elektrischen Haushaltsgeräten, auch bei elektronischen Geräten (Unterhaltungselektronik, Kommunikation, PC).

Und  natürlich auch bei Fahrrädern!

Mal abgesehen von Rädern gilt die Devise: man sollte das defekte Gerät tragen können, also bitte keine Waschmaschinen etc. bringen!

Was wir nicht anfassen: Hochspannungsgeräte (wie z.B. alte Röhrenfernseher) oder Geräte, die einem Reparateur nicht gut tun, z.B. Mikrowellengeräte.

Was wir noch nicht machen: Arbeiten an Holz, z.B. die Stühle im Bootshaus!

Was wir auch noch nicht machen: Textilien. Damit meinen wir weniger das Annähen von Knöpfen, als vielmehr den kreativen Umgang mit gebrauchten Kleidungsstücken.

Hier - und überhaupt - sind wir offen für eine Verstärkung unseres Teams!

Fragen zu Reparaturfällen, aber gerne auch Anmerkungen und sonstige Rückmeldungen bitte an: Reparatur-Café.